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Am 16. Juni 1964 wurde ich in München geboren. Schon früh, also im Alter von 15 oder 16 wurde mein Interesse an der Darstellenden Kunst geweckt. Dies geschah einerseits durch Theaterbesuche an den Münchner Kammerspielen, andererseits durch Interesse am Werk von Berthold Brecht, Georg Büchner und Franz Xaver Kroetz im Freundeskreis. Außerdem hat sich mein damaliger Schuldirektor Dieter Derksen in der Theater-AG als Förderer erwiesen.
Das Abitur habe ich „trotzdem“ auch gemacht. Und danach? Ich wollte auf die „Scuola Teatro Dimitri“ im Tessin zu einer Grundausbildung für Theater und Artistik, dann auf eine Schauspielschule. Weiteres hatte ich nicht geplant. Clown werden und sein, das sollte es sein, aber aus Respekt vor dieser Kunst habe ich mir das schnell wieder abgeschminkt. Die „Scuola“ mußte ich nach 2 Jahren leider abbrechen, weil mein Rücken für die Artistik leider zu labil war. Man riet mir, auf die Schauspielschule zu gehen. Also studierte ich einige Vorsprechrollen ein und ging zur Prüfung an die Westfälische Schauspielschule Bochum. Ich wurde aufgenommen! Nach drei langen (!) Jahren kam dann endlich der ersehnte Schritt auf die Bühne mit einer Inszenierung von Rainer Werner Fassbinders „Katzelmacher“. Danach bekam ich ein Festengagement am Schauspielhaus Bochum , dem Haus von Peymann, Breth und F.P. Steckel…! Letzterer war mein geliebter und gefürchteter Intendant, dem ich sechs wunderbare Jahre treu blieb. Vor allem die Inszenierungen von V. Schmaloer („Katzelmacher“, „Frühlingserwachen“, „Weismann und Rotgesicht“), J. Gosch („Möwe“, „La Maman et la Putain“, „Die Stunde“,…) und F. P. Steckel („Troilus und Cressida“, „Der gute Mensch v. S.“ und „Hamlet“) haben mich nachhaltig geprägt. Daß mir F. P. Steckel zu seinem Abschied den „Hamlet“ (ungestrichen!) zutraute, war der absolute Höhepunkt in meiner bisherigen Laufbahn.
Schließlich wechselte ich zum Thalia Theater Hamburg und spielte unter der Intendanz von Jürgen Flimm. Hinzu kamen nun auch Filmangebote. Unter der Regie von Sherry Horman spielte ich „Liebe und Verhängnis“, mit Dominik Graf „Doktor Knock“ und Nina Grosses „Feuerreiter“ über das Leben meines Lieblingsdichters Hölderlin, den ich auch verkörperte, wurde ein weiterer Höhepunkt meiner Karriere. Leider lief der Film nur mit wenigen Kopien, aber er ist auf DVD erhältlich und sei jedem sehr ans Herz gelegt!
Nach Jahren im festen Theaterengagement stellte sich eine Sehnsucht nach freier, schauspielerischer Tätigkeit ein. Zudem war ich der ewigen Streitereien zwischen Theater- und Filmmenschen überdrüssig. Ich fand sie wenig nachvollziehbar und wollte nicht dazwischen aufgerieben werden, also konzentrierte ich mich zunehmend auf die Arbeit für Film und TV und wagte nach Beendigung des Vertrags mit dem Thalia Theater einen Neuanfang in München. Es läuft gut, mit Höhen und Tiefen natürlich wie bei jedem… Das Theater bleibt unvergessen, immer wieder verspüre ich Sehnsucht nach meinen schauspielerischen Wurzeln.
Ob am Theater oder im Film: Wir brauchen Mut, Risikofreude, Furchtlosigkeit, Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit und vor allem Haltung! Ich habe Lust auf Geschichten, die sich zu erzählen lohnen, denn dieser Beruf ist einer der schönsten, die es gibt!
© Martin Feifel, Juli 2007
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